E-Commerce Schweiz: Investieren oder verlieren

Onlinehändler im Dilemma zwischen Wachstumschancen und Rentabilität

Medienmitteilung zum E-Commerce-Report Schweiz 2013, Zürich, 18. Juni 2013

Schweizer Online-Anbieter sind in Bedrängnis: In vielen Branchen wuchs das Angebot in den letzten fünf Jahren stärker als die Nachfrage. Neben der Konkurrenz drücken die hohe Preistransparenz und steigende Werbekosten auf die Erträge. Um rentabel zu arbeiten, müssen die Online-Händler weiter wachsen. Der aktuelle E-Commerce-Report Schweiz zeigt, dass sie vor allem investieren in Mobile-Shops, die Einbindung von Läden und die Optimierung der Geschäftskonzepte.

Der E-Commerce-Report Schweiz untersucht seit 2009 Stellenwert, Wandel und Trends des Schweizer Onlinehandels – als einzige Studie aus Sicht der Anbieter. Realisiert wird die Befragung vom Online-Zahlungsverarbeiter Datatrans und der Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW. Die im ersten Quartal 2013 befragten 34 führenden Online-Anbieter von Konsumgütern und Dienstleistungen repräsentieren ein E-Commerce-Volumen von über 3,5 Mrd. Franken.

Werbekosten steigen, Preise sinken
Die Konkurrenz ist grösser denn je: Zwei Drittel der Antwortenden beobachtet für ihre Branche ein Angebot, das schneller wächst als die Nachfrage. Die Schweizer Anbieter müssen sich auf vermehrte Konkurrenz einstellen, sagt Studienautor Ralf Wölfle: «Zalando hat gezeigt, dass sich auch ausländische Anbieter im Schweizer Markt positionieren können – weitere werden folgen». Die hohe Preistransparenz erhöht den Druck, vier Fünftel der Antwortenden beobachten sinkende Preise in ihrer Branche (siehe Grafik). Dazu kommen steigende Werbekosten. Denn im Kampf um Kunden sind Anzeigen bei Google für Schweizer E-Commerce-Anbieter mit Abstand das wichtigste Instrument. Ralf Wölfle sagt: «Die Shops überbieten sich für Anzeigen zum passenden Suchbegriff.»

Investitionen in Cross-Channel und Mobile
Diese Entwicklungen zwingen Schweizer E-Commerce-Anbieter zu weiteren Investitionen. Ralf Wölfle sagt: «Die Online-Händler der ersten Generation investieren seit Jahren und müssen dies weiterhin tun, um nicht zurückzubleiben. Sie benötigen Ausdauer und Kapital». Aktuell stehen gemäss Studie die Einbindung von Läden, Mobile-Shops und optimierte Geschäftskonzepte im Vordergrund:

Cross-Channel: Der Offline-Kontakt verbessert die Erfolgsaussichten im E-Commerce. Wer klassische Läden hat, verzahnt diese mit dem Onlinegeschäft. Ex Libris beispielsweise positioniert sich damit gegen Amazon und Co. Die Migros-Tochter steigerte 2012 den Umsatz mit Büchern um 5,8 Prozent. Rund jeder dritte Umsatzfranken wurde im Netz generiert.

Mobile Geräte: Ihr Anteil am Umsatz wuchs bei mehr als einem Drittel der Antwortenden auf über 10 Prozent. Vor einem Jahr lag er bei mehr als zwei Dritteln der Antwortenden noch unter 5 Prozent (siehe Grafik). Die bessere Unterstützung mobiler Endgeräte steht weit oben auf der Prioritätenliste, gleich hinter der Verbesserung der Benutzerfreundlichkeit der Onlineshops.

Schnelle und flexible Logistik: Zwei Drittel der Antwortenden sind der Ansicht, dass Kunden in Zukunft Ort und Zeit für die Übergabe der Einkäufe flexibler steuern können. LeShop.ch verkürzt die Zeit zwischen Bestellung und Entgegennahme mit der Abholstation Drive. Dort sind die Bestellungen bereits nach zwei Stunden abholbereit.

Onlinehandel wächst weiter
Fast drei Viertel der führenden Schweizer E-Commerce-Anbieter konnten in den vergangenen drei Jahren ihren Umsatz um 20 Prozent und mehr steigern. Für die Zukunft erwarten sie Umsatzwachstum und steigende Skalenerträge. Rund drei Viertel der Antwortenden rechnen für 2018 mit besseren Erträgen als heute.

Weitere Themen im E-Commerce-Report Schweiz 2013

  • Social Media
  • Stellenwert von Google AdWords
  • Direktverkäufe von Markenanbietern
  • Kleinheit des Schweizer Marktes
  • Widerrufsrecht im E-Commerce

Die Studie ist gratis verfügbar unter: www.e-commerce-report.ch/bestellungen

Der E-Commerce-Report untersucht seit 2009 jährlich Stellenwert, Wandel und Trends des Schweizer E-Commerce – als einzige Schweizer Studie aus Sicht der Anbieter. Befragt wurden 34 Online-Anbieter von Konsumgütern und Dienstleistungen mit Sitz in der Schweiz. Zusammen repräsentieren sie ein E-Commerce-Volumen von über 3.5 Mrd. CHF. Realisiert wird die Studie vom Institut für Wirtschaftsinformatik der Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW im Auftrag von Datatrans, dem führenden Schweizer Spezialisten für Internet-Zahlungen.

Weitere Infos unter: www.e-commerce-report.ch/presse
Liste der Studienteilnehmer: www.e-commerce-report.ch/panel  

Kontakte:

Pof. Ralf Wölfle, Fachhochschule Nordwestschweiz
Leiter Kompetenzschwerpunkt E-Business
061 279 17 55,

Urs Kisling, Datatrans AG
044 256 81 91,