Druck durch ausländische Anbieter nimmt zu

Trend im Schweizer E-Commerce: wachsende Umsätze für 2012

Pressemitteilung – Zürich, 2. November 2012

Die Mehrheit der marktprägenden Schweizer E-Commerce-Anbieter rechnet nach drei Quartalen mit steigenden Umsatzzahlen für 2012 gegenüber 2011. Das zeigt die Blitzumfrage des E-Commerce-Report Schweiz. Drei Viertel der Befragten erwarten wachsende Marktanteile ausländischer Anbieter. Die indirekte Folge: E-Commerce wird in der Schweiz populärer.

Die Blitzumfrage ist Teil des E-Commerce-Report Schweiz, der einzigen Studie zum Schweizer Onlinehandel aus Anbietersicht. Realisiert wurde die Umfrage vom Online-Zahlungsverarbeiter Datatrans und der Fachhochschule Nordwestschweiz. 25 Fachspezialisten nahmen an der Online-Umfrage zwischen dem 27. September und dem 9. Oktober teil. Sie repräsentieren zusammen ein E-Commerce-Volumen von 2.1 Milliarden Franken.

Mehrheit erwartet wachsende Umsatzzahlen für 2012

Trotz rückläufiger Preise erwartet die grosse Mehrheit der marktprägenden Schweizer E-Commerce-Anbieter nach drei Quartalen wachsende Umsatzzahlen für 2012. 21 von 24 Antwortenden rechnen mit einem Wachstum gegenüber 2011, 11 gehen von einem Wachstum über 10 Prozent aus. Auch dem Weihnachtsgeschäft blicken die Betreiber von Online-Shops optimistisch entgegen: 17 von 20 Antwortenden erwarten für ihre Branche wachsende E-Commerce-Anteile. Aus der Reisebranche berichtet ein Anbieter, dass der stabilisierte Franken-Euro-Wechselkurs mithilft, Kunden zurückzugewinnen.

Ausländische Anbieter gewinnen Marktanteile

Trotzdem ist die Stimmung angespannt. Die Konkurrenz aus dem Ausland wird grösser. 17 von 22 antwortenden E-Commerce-Anbietern erwarten wachsende Marktanteile ausländischer Anbieter. Mehr als die Häfte geht davon aus, dass deren Anteil am E-Commerce in den nächsten Jahren um mindestens 2 Prozent wachsen wird. Bereits heute spielen diese eine wichtige Rolle im Schweizer E-Commerce: Die antwortenden Branchenkenner schätzen die ausländischen Marktanteile für die Fashionbranche auf 10 bis 25 Prozent, für Bücher auf 10 bis 40 Prozent und für die Reisebranche auf 10 bis 45 Prozent. Für Studienautor Ralf Wölfle zeigen die grossen Bandbreiten die Verunsicherung bei den Schweizer E-Commerce-Anbietern: "Ausländische Anbieter sind wie ein Gegner im Nebel, man sieht ihn nicht genau, hört aber sein Säbelrasseln".

Die Folgen: mehr Werbung, Online-Shopping wird beliebter

Ausländische Anbieter wie Zalando fahren aggressive Werbekampagnen und bringen Schweizer Anbieter unter Druck. Für die einheimischen Anbieter steigen die Werbekosten. Als Nebeneffekt wird dadurch der E-Commerce in der Schweiz insgesamt populärer. Im Vorteil sind die ausländischen Anbieter durch die geringeren Kosten, die grosse Märkte mit sich bringen (Skaleneffekte), durch tiefere Löhne und niedrigere Beschaffungspreise.

Studienbericht der Blitzumfrage

Download E-Commerce-Report 2012

Kontakte

Prof. Ralf Wölfle, Fachhochschule Nordwestschweiz
Leiter Kompetenzschwerpunkt E-Business
061 279 17 55,

Urs Kisling, Datatrans AG
Marketing/Strategie
044 256 81 86,

Zur Blitzumfrage

Die Blitzumfrage ist Teil des E-Commerce-Report Schweiz. Zwischen dem 27. September und dem 7. Oktober 2012 wurden 37 Fachspezialisten marktprägender Online-Anbieter von Konsumgütern und Dienstleistungen mit Sitz in der Schweiz befragt. Die 25 teilnehmenden Unternehmen repräsentieren ein E-Commerce-Volumen von über 2.1 Milliarden Franken. Realisiert wird die Blitzumfrage vom Institut für Wirtschaftsinformatik der Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW in Basel im Auftrag von Datatrans, dem grössten Schweizer Zahlungsverarbeiter für E-Commerce. 

Zum E-Commerce-Report Schweiz

Der E-Commerce-Report untersucht einmal jährlich, wie sich der E-Commerce in der Schweiz entwickelt – als einzige Schweizer Studie aus der Sicht der Anbieter. Anfang Juni 2013 wird der E-Commerce-Report 2013 mit ausführlichen Analysen und Ergebnissen erscheinen.

Mehr Informationen unter: www.e-commerce-report.ch