Neue Anbieter beleben den Schweizer E-Commerce

Grössere Sortimente, flexiblere Preise, sinkende Margen

Medienmitteilung zum E-Commerce-Report Schweiz 2012 – Zürich, 24. Mai 2012

Im Schweizer Internethandel wird es enger – trotz Wachstum. Eine Welle von neuen Anbietern drängt seit 2009 in den Markt, 2011 erreichte sie ihren bisherigen Höhepunkt. Das zeigen die Resultate des E-Commerce-Report Schweiz 2012, der einzigen Schweizer Anbieterstudie. Die Mehrheit der wichtigsten E-Commerce Anbieter beobachtet einen zunehmenden Preiskampf und sinkende Margen. Bis 2017 erwarten sie einen weiterhin steigenden Online-Umsatz. Facebook wird skeptisch beurteilt: Social Media bringen eher Image-Gewinn als Verkäufe.

Der E-Commerce-Report Schweiz untersucht jährlich Wandel, Stellenwert und Trends des Schweizer E-Commerce aus Sicht der Anbieter. Realisiert wird die Studie vom Online-Zahlungsverarbeiter Datatrans und der Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW. Die im ersten Quartal 2012 befragten E-Commerce-Anbieter von Konsumgütern und Dienstleistungen repräsentieren einen E-Commerce-Volumen von rund 3 Mia. Schweizer Franken.

Klassische Handelshäuser fordern Online-Pioniere heraus
Der Wettbewerbsdruck ist 2011 noch einmal deutlich gestiegen. Der Zugang von neuen Anbietern im Schweizer E-Commerce-Markt erreichte 2011 einen Höhepunkt. Darunter seien neben agressiv auftretenden Start-ups zahlreiche klassische Handelshäuser, sagt Ralf Wölfle, Leiter des Kompetenzschwerpunkts E-Business an der Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW: "Selbst Zögerer aus dem klassischen Handel sind nun in den E-Commerce eingestiegen – oder professionalisieren ihn." So lancierten in den vergangenen Jahren traditionelle Detailhändler wie PKZ, Schild oder Micasa Online-Shops.

Serviceoffensive als Folge des Wettbewerbsdrucks
Gewinner des verschärften Wettbewerbes dürften vor allem die Konsumenten sein. Denn die E-Commerce-Anbieter reagieren mit besseren Leistungen, Preisaktionen und flexibleren Sortimenten. Zu kämpfen haben mit der neuen Situation vor allem die etablierten E-Commerce-Anbieter: Umsatzwachstum ist nicht mehr selbstverständlich und die Kosten für das Anwerben von Neukunden steigen.

Social Media bringt mehr Image als Umsatz
Wenig zum Umsatz beigetragen haben Soziale Plattformen. Bezüglich Facebook macht sich unter einigen Schweizer Anbietern bereits Ernüchterung breit: Unter den zehn Prioritäten für das laufende Jahr rangiert Facebook auf Platz sieben. Abgeschrieben sind Social Media deswegen nicht, die Studienteilnehmer beurteilen entsprechende Netzwerke als geeignetes Mittel zur Pflege des Markenimages.

Positiver Ausblick: Online wird weiter gewinnen
Ein grosses Umsatzwachstum erwarten Schweizer E-Commerce-Leader aus Branchen, in denen der E-Commerce-Anteil noch gering ist. Dementsprechend rechnen rund 40 Prozent der Antwortenden damit, dass sich der Anteil der Online getätigten Umsätze in ihrer Branche bis 2017 mindestens verdoppeln wird.

Vom Katalogversender zum Fashion Webshop
Der Versandhändler Redcats Schweiz (La Redoute) hat den Wandel zum E-Commerce Anbieter mit Erfolg gemeistert: Mehr als zwei Drittel der in der Schweiz versandten Waren werden online bestellt. Chief Marketing Officer Christiane Arnscheidt setzt dabei in Verbindung mit Webshops auch auf konventionelle Mittel. Printmedien beispielsweise seien auch in Zukunft ein Bestandteil des Medienmix: „Der Katalog wird nicht verschwinden, bekommt aber eine neue Aufgabe. Er funktioniert als gezieltes Traffic-Instrument und bringt Kunden in den Webshop. Dort finden sie ein viel flexibleres Sortiment. Das geht soweit, dass wir das Angebot je nach Wetter anpassen.“

Kontakte
Bei dringenden Fragen an Ralf Wölfle oder Urs Kisling:

  • Datatrans AG, 044 256 81 91

Ab Freitag, 25. Mai:

Über den E-Commerce-Report Schweiz 2012
Der E-Commerce-Report untersucht jährlich Wandel, Stellenwert und Trends des Schweizer E-Commerce – als einzige Schweizer Studie aus Sicht der Anbieter. Befragt wurden 34 Online-Anbieter von Konsumgütern und Dienstleistungen mit Sitz in der Schweiz. Zusammen repräsentieren sie ein E-Commerce-Volumen von rund 3 Mia. CHF. Realisiert wird die Studie vom Institut für Wirtschaftsinformatik der Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW im Auftrag von Datatrans, dem führenden Schweizer Spezialisten für Internet-Zahlungen.

Mehr Informationen unter: www.e-commerce-report.ch

Der E-Commerce-Report Schweiz 2012 ist ab sofort auf www.e-commerce-report.ch/bestellungen kostenlos verfügbar, das Management Summary auch in Französisch.

Weitere Themen im E-Commerce-Report 2012

  • Strukturwandel in der Reisebranche
  • Trend zu Multichannel-Konzepten
  • Flash Sales: Geschäftsmodelle für limitierte Kaufgelegenheiten
  • Transformation des Handels durch das Internet
  • Auf dem Weg zu Mobile Commerce